Die Schweiz fährt vor!

Das Buch ‘Die Schweiz fährt vor. Das System des öffentlichen Verkehrs’ beschreibt, wie der Schweizer öV in den letzten dreissig Jahren zu einem wirkungsvollen Instrument wurde, um die Mobilität und Logistik eines Landes effizient und ökologisch zu unterstützen. Es kann ab sofort beim NZZ-Libro-Verlag bestellt oder im Buchhandel bezogen werden. In der digitalen Ausgabe finden sich Links zu den Quellen und zu weiterführenden Informationen. Zusätzlich sind zu wichtigen Ereignissen Videos eingebettet.

Die Schweiz hat einen vorbildlichen öffentlichen Verkehr. Er ist aus dem Zusammenspiel der staatlichen Instrumente mit leistungsfähigen öV-Unternehmen entstanden. Es brauchte den faktischen Bankrott der Schweizerischen Bundesbahnen, nicht finanzierbare Grossprojekte wie die NEAT sowie eine legendäre Volksabstimmung, die Alpeninitiative von 1994. Die Entwicklung war durch wiederkehrende Themen geprägt. Das Buch folgt diesen Inhalten in neun Kapiteln:

  • Die Reform der Bahnunternehmen, insbesondere der SBB, nachdem eingesehen wurde, dass sich eine Bahn nicht eigenwirtschaftlich betreiben und kommerziell finanzieren lässt.

  • Die Rolle der öffentlichen Hand (Bund, Kantone) als Besteller, welche die Leistungen im Regional- und Ortsverkehr nicht nur bezahlen, sondern auf ihre politischen Ziele ausrichten wollen.

  • Die Alpeninitiative, welche die Umwelt- und Klimapolitik über das ungebremste Wachstum des Verkehrs stellte und die Politik zwang, eine Verlagerungspolitik umzusetzen, welche zum weitaus höchsten Modalsplit im europäischen Schienengüterverkehr führte.

  • Die Frage des Zugangs zum Eisenbahnnetz, was mit einem eigenständigen Schweizer Modell zur Organisation der Bahninfrastruktur gelöst wurde.

  • Die Grossprojekte BAHN 2000 und NEAT, die beide an ihrer Grösse zu scheitern drohten, was zur Übernahme der finanziellen Verantwortung für die Bahninfrastruktur durch den Bund und zum Bahninfrastrukturfonds führte.

  • Die Renaissance der Bahn, in deren Folge die Planungshoheit im Schienenverkehr zum Bund verschoben wurde, was den raumplanerischen sowie ökologischen Zielen mehr Gewicht einräumt als dem Gewinnstreben der Transportunternehmen.

  • Der Schienengüterverkehr, der an den Rand gedrängt wird und sich neu organisieren muss, um einen Beitrag für die Verlagerung, die Versorgungssicherheit und die Logistik zu leisten.

  • Das Tarifsystem des öffentlichen Verkehrs, das vor 150 Jahren vorbildlich geregelt wurde, den Entwicklungen in Verkehr und Technologie jedoch hinterherhinkt.

  • Und schliesslich der Wettbewerb im öffentlichen Verkehr, wo die bewahrenden Kräfte bremsen, und der zeigt, dass die Entwicklung des öV-Systems nicht abgeschlossen ist.

Die Kapitel können unabhängig gelesen werden. Im letzten Kapitel wird das öV-System als gesamtes dargestellt und der zukünftige Handlungsbedarf aufgezeigt.

Das Buch ist leicht verständlich geschrieben. Es enthält viele Abbildungen und Graphiken, welche die Zusammenhänge aufzeigen. Es richtet sich an alle, welche sich für den öffentlichen Verkehr interessieren und wissen wollen, was es an staatlichen Instrumenten braucht, damit ein öffentlicher Verkehr zuverlässig funktionieren kann. In Einschüben wird auf die Entwicklung in den Nachbarländern, insbesondere in Deutschland, Bezug genommen und aufgezeigt, welche Elemente aus dem Schweizer System übernommen werden könnten. Im Anhang findet sich eine chronologische Aufstellung wichtiger Entscheide sowie alle Botschaften (Gesetzesvorlagen), welche in dieser Zeit dem Parlament unterbreitet wurden.

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