Rollende Landstrasse als Symbol der Verlagerungspolitik

Mit der Einstellung der Rollenden Landstrasse geht eine Epoche von Übergangslösungen zu Ende. 1982 wurde eine zeitlich befristete Starthilfe für den kombinierten Verkehrs eingeführt, welcher damals noch Huckepack-Verkehr hiess. Parallel dazu wurden die Transitstrecken ertüchtigt. Im Jahr 2000 wurde der SIM-Korridor (Simplon-Intermodale) über die Lötschberg-Simplon-Achse eröffnet. Da teilweise nur ein Gleis 4-Meter-tauglich ausgestattet wurden, schlängelten sich die Züge im Huckepack-Slalom durch die zu engen Tunnel. Die Gotthardachse bliebt bis zur Eröffnung der NEAT und des 4-Meter-Korridors im Jahr 2020 nur eingeschränkt für hochprofilige Züge befahrbar.

Die Rollende Landstrasse wurde zu einem Symbol der Verlagerungspolitik. Ab 2001 wurde in grösserem Umfang ein Verlad von Lastwagen betrieben, wie er im Transitvertrag mit Italien 1992 vereinbart wurde. Die Aufgabe übernahm die RAlpin AG, eine Tochtergesellschaft der SBB Cargo AG, der BLS und der Hupac AG. 105'000 Stellplätze wurden zwischen Freiburg i.Br. (D) und Novara (I) bestellt und mit bis zu 30 Mio. Franken jährlich subventioniert. Zwischenzeitlich gab es Pläne, die RoLa mit wesentlich höherer Kapazität anzubieten. Der Transport von Lastwagen zusammen mit dem Chauffeur blieb jedoch eine flankierende Massnahme. Die Verlagerung erfolgt nur über eine Teilstrecke, was zur Folge hat, dass die Logistik nicht auf den Kombinierten Verkehr umgestellt wird. 2019 wurden nur noch 86’600 Fahrzeuge verladen, zu massgeblichen Teilen ältere Lastwagen, welche die hohe LSVA so einsparen konnten. Zudem lagen die Subventionen pro verladenes Fahrzeug weit höher als im unbegleiteten Kombinierten Verkehr (RoLa 269 Franken je Stellplatz, unbegleiteter Kombinierter Verkehr 61 Franken pro Auflieger/Container, Stand 2024). Nachdem das Parlament die Weiterführung der RoLa bis 2028 begrenzt hat, wurde sie im 12. Dezember 2025 von RAlpin aufgrund der anhaltenden operativen Probleme auf den Zubringerstrecken zur NEAT eingestellt. Die RoLa hat ihren Zweck als Verlagerungsinstrument erfüllt.

Welche Instrumente für eine erfolgreiche Verlagerungspolitik nötig sind, finden sich im Buch ‘Die Schweiz fährt vor’, welches am 9. März 2026 im NZZ-Libro-Verlag erscheint.

Foto: Arnold Berndt (RoLa am 11.12.2025 bei Bern)

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Schlüseldatum der Schweizer Verkehrspolitik

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In Bern obe 12/25